Dienstag, 29. April 2014

Yoga nur noch im Bauch

Meine lieben Mädels,
habt ich eigentlich gemerkt, dass wir seit einer Woche nicht mehr zu Hause im Bett schlafen sondern im Krankenhaus liegen?
Am Anfang wollte ich noch fliehen und habe mich rebellisch gezeigt: Ich ziehe meine Strümpfe nicht an; ich bleibe nicht im Bett liegen; und was die Ärzte sagen, interessiert mich doch alles nicht. Diese Woche bin ich schon ein wenig gezähmt. Das liegt daran, dass die Mama am Wochenende richtig Panik bekommen hatte. Die Ärzte haben auf dem CTG Wehenaktivitäten gemessen. Der Arzt meinte: “Ihr CTG gefällt mir nicht“. Ich meinte: “Dann sehen Sie sich doch ein anderes an“. So witzig wie ich fand er es leider nicht.
Es ging dann hopp la hopp. Ab zum Ultraschall und ab in den Kreißsaal und schwupps lag ich mit euch in einer Art Abstellkammer. Ich fühlte mich sooo einsam obwohl ihr dabei wart.
Zu allem Übel war Papa nicht in der Stadt. Der war mittags noch in Frankreich im Häuschen und abends dann bei Oma und Opa in Limbach. Aber nachdem ihm die Mama verheult am Telefon sagte, dass Ihr eventuell per Kaiserschnitt geholt werden müsst (das war kein Scherz oder Erpressungsversuch, sondern die Aussage des Arztes), war er schneller da als ich bis drei zählen konnte.
Unter drei Stunden hat er bei schlechtem Wetter und mit der Delle (seinem „ach so geliebten“ alten VW-Transporter) bis nach Göttingen benötigt. Bis er da war, hatte sich der erste Schreck aber gelegt gehabt und alles wurde wieder ein wenig entspannter.
"Ab in den Kreißsaal" hieß es plötzlich.
Nach dem Schreck ist Mama nun mehr ans Bett gefesselt. Ich bin auch platt und gar nicht mehr so mobil wie sonst. Yoga darf ich nicht mehr machen. Das macht ihr jetzt im Bauch.
Ihr liegt nämlich immer noch in der Position des herabschauenden Hundes (=Köpfchen nach unten und Popo nach oben). Gestern wurdet ihr gemessen. Papa und ich waren sprachlos, als wir gesehen haben, wir schwer ihr schon seid: Zusammen wiegt ihr über drei Kilogramm (so viel tragen andere Mamas erst zwei Monate später mit sich herum). Ich bin so glücklich, dass ihr euch entwickelt wie Einlinge (komisches Wort, oder ;-)). Dafür braucht Mama auch viel Energie: Meine Frühstücks- und Abendessensportionen habe ich erhöht. Heute Morgen konnte ich es kaum erwarten, endlich Frühstück zu bekommen.
Die Mama weiß jetzt auch wie ihr zur Welt kommen werdet. Das klang alles so einfach. Hoffentlich wird es auch so werden wie die Ärzte es mir erzählt haben: Unkompliziert und schnell!
Mama muss jetzt was essen: Fisch, Reis, Soße und Pudding. Nachher kommt dann die Tante Annette vorbei und bringt uns ein paar Snacks, damit wir zum Fernsehen abends etwas zu knabbern haben.

Liebe Euch! Mama.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen