Die ungewöhnliche Karriere eines kleinen Hasen
Es war einmal ein kleiner niedlicher Hase. Der war sehr jung und stand noch am Anfang seines Schmuselebens. Ein romantisches Schmuseleben in der kroatischen Provinz. Bei einem kleinen kroatischen Mädchen. Sie hatten ihn sehr lieb.
Viele, viele hundert Kilometer von ihr entfernt lebte ein anderes Mädchen. Ein kleines deutsches Zwillingsmädchen namens Viki. Dieses Mädchen war einmal sehr krank und wollte kaum etwas essen und trinken. Auch den Schnuller wollte sie in dieser Woche nicht. Und auch als sie wieder gesund war, wollte sie ihren Schnuller nicht mehr haben. Aber es fand sich auch nichts anderes, das sie stattdessen beruhigen konnte. Die Eltern waren ratlos.
Eines Tages fuhr die kleine Viki mit ihrer Schwester und ihren Eltern zu Verwandten nach Kroatien. Dort trafen sich die beiden Mädchen in einem kleinen Dorf in der Region Zagorje bei einem großen Fest. Und da Viki keinen Schnuller wollte und auch nichts anderes hatte, gab ihr das kroatische Mädchen ihren niegelnagelneuen Hasen. Und Viki freute sich ungemein und gab den Hasen kaum noch aus der Hand.
Er ist der kleinste Hase, den Viki hat. Er ist der wertloseste Hase, den Viki hat. Er ist der unkuscheligste Hase, den Viki hat und er ist der unglamuröseste Hase, den Viki hat.
Habe ich wertlos geschrieben? Nein, er ist der wertvollste Hase, den Viki hat. Er ist ihr lieb und teuer. Er ist ihr Schnullerersatz. Er muss zum Einschlafen da sein. Er muss beim Spielen mit dabei sein und er kommt selten aus dem Mund – Schnullerersatz eben.
Und so kommt es, dass der kleine junge Hase, der an sich nur gefühlte 10 Gramm wiegt, permanent so mit Vikis Speichel getränkt es, dass er gut und gerne das Zehnfache auf die Waage bringt. Und der Speichel macht den Hasen glitschig. Und er macht ihn stinkig. Und er macht ihn eklig. Aber die kleine Viki liebt ihn genau so: siffig!
Und darum heißt der kleine Hase, der sein sauberes Schmusedasein zum Wohle dieses kleinen Mädchens opferte und nur noch ein völlig versifftes Dasein fristet, auch liebevoll „Siffi“. Gewaschen und getrocknet hält er sich genau eine Stunde, bis ihn Viki wieder in seinen siffigen Sollzustand versetzt hat. Man kann Siffi nur mit Fingerspitzen an den Ohrenspitzen anfassen.
Es ist der kleinen Viki auch egal, was sie sich von Siffi in den Mund steckt: Ohren, Pfoten, Arme, Beine oder auch mal den ganzen Kopf. Ohne Siffi im Mund kein Einschlafen, viele Wege nur mit Siffi zwischen den Zähnen und manch ruhige Stunde nur mit Siffi in der Nähe.
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| Held Siffi - opferte sich für die kleine Viki! |
Siffi hat es vom kleinen kroatischen Provinzhasen zum wertvollsten Gegenstand in einem südniedersächsischen Haushalt und vor allem zum allerliebsten Freund eines kleinen Zwillingsmädchens gebracht: Was für eine Karriere!



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