Freitag, 9. Mai 2014

Der Papa hat es auch nicht leicht

Na, ihr Mädels, was besprecht ihr gerade in Muttis Bauch? Ihr liegt ganz witzig Kopf an Kopf immer noch kopfüber (das ist prima) in mir drin und macht es euch so bequem wie es eben geht. Es wird eng und die Ärzte müssen bald erraten, welcher von euch welches Körperteil nun gehört. Es sieht in Muttis Bauch aus, als hätte sie einen großen Wollknäuel verschluckt. Heute hatten wir wieder die Versorgung überprüft. Ich sag nur „Daumen hoch!“. Die Plazenta versorgt euch vorbildlich. Außerdem gab es wieder eine Nahaufnahme von dir, Sunny. Ich glaube du siehst der Mama sehr ähnlich oder doch dem Papa ;-))?
Die Mama liegt nur im Krankenhaus und ab und zu wird ihr das zu langweilig. Dann ruft sie den Papa an und erzählt ihm, dass sie das nicht mehr lange aushält. Der arme Papa gibt sein Bestes, um Mama bei Laune zu halten und allmählich geht ihm auch die Puste aus. Wir wissen beide wieso und für wen wir das machen, aber so zäh hätten wir es uns doch nicht vorgestellt. Zu Hause ist er ganz alleine und in der Klinik ist die Mama ganz einsam – nicht alleine, da sie sich das Zimmer mit „Nigöll“ (= 29jährige Nicole aus Thüringen) teilt.
Gestern konnte ich mal für ein paar Stunden aus der Klinik raus (dazu musste ich nur 26 Unterschriften leisten und versprechen wiederzukommen). Wir waren zu Hause zu Besuch. Das habe ich für euch getan, damit ihr seht wie euer zu Hause aussieht. Der Papa hat nämlich mit Oma und Opa Limbach mit sehr viel Liebe euer kleines Reich eingerichtet. Ihr werdet es lieben. Papa wird noch ein paar Bilder anbringen und Mama wird ein paar Kissen und rosafarbene Bettwäsche kaufen, und damit dem Prinzessinnenzimmer den finalen Schliff verleihen.
Die Mama auf Heimaturlaub.
Wir schaffen den Endspurt! Für euch, Belle und Sunny! Ihr müsst aber auch noch ein paar Wochen brav mitspielen.
Wir lieben euch!
Mama und Papa

P.S. vom Papa: Die Wohnung sieht etwas aus, wie Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Aber die Omas und Opas da draußen wissen noch, dass dann ja das Wirtschaftswunder kam. Und so werde ich jetzt auch in den nächsten Tagen die Kampfspuren beseitigen und auf die Wunder warten. Die Wunder seid ihr.
Die Wohnung freut sich auf Euch und ich hoffe, Euch gefällt die Wohnung auch, wenn ihr hier ankommt.
Heute sind Oma und Opa Roos wieder nach Hause gefahren, ich habe den Abend etwas ruhiger ausklingen lassen und werde erst morgen mit der Kampfspurenbeseitigung beginnen.
Und auch Euch wieder besuchen. Darauf freue ich mich.

1 Kommentar:

  1. Durchhalten! Ich denk' an Euch!
    Liebe Grüße aus Berlin
    Jana

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