Sonntag, 18. Mai 2014

Von Fröschlein und Freude (von Mama)

Heute habe ich mit dir Viktoria gekuschelt. Du, meine „Žabica“ (=kroatisch: Fröschlein), wurdest mir vorsichtig auf die nackte Brust gelegt und dort mit Kuscheldecke und Tüchern zugedeckt. Wir saßen eine Stunde so zusammen und haben unsere erste gemeinsame Zeit einfach genossen. Das war mega! Ich war deswegen schon den kompletten Vormittag aufgeregt und voller Vorfreude, so dass ich bereits ab sechs Uhr wach lag und nur darauf gewartet habe, dass es losgeht.
Die große Roos (über 60.000 gr.) mit der kleinsten Roos (ca. 1.550 gr.)

Miss Langfinger Viktoria. Der Schein trügt. Die Kämpferin macht sich sehr gut.
Mit dir Amalia konnte ich leider heute noch nicht kuscheln. Du musst die Strapazen der letzten Tage noch verdauen. Heute wurdest du endlich extubiert und wirst nun langsam auf Normalatmung und mehr Essen eingestellt. Das muss dein kleiner Körper alles verarbeiten. Aber so schnell wie ihr euch entwickelt (immerhin seid ihr erst fünf Tage alt), bin ich sehr zuversichtlich, dass die harten Tage gezählt sind.
Ihr habt in fünf Tagen echt schon einiges geleistet. Du Viktoria bist 1,5cm „gewachsen“ (du bist eigentlich 42cm lang aber in deiner Geburtsurkunde steht 40,5cm…kleiner Messfehler), atmest selbständig, machst die Windeln voll wie eine Große und benötigst täglich ein wenig mehr Essen. Bravo! Amalia du hast sogar die 2kg-Marke geknackt. Das ist grandios.
Amalia hat die 2.000 gr. Marke geknackt. Es geht ihr wieder besser.

Die Berührungen genießt sie. Sie beschwert sich aber noch etwas über ihr aktuelles Zuhause.
Die Mama hat heute zum ersten Mal nicht weinen müssen als sie euch sah. Die ersten Tage habe ich nur bei dem Gedanken an euch Tränen gelassen. Das lief einfach so und ich konnte es nicht stoppen. Voller guter Gefühle euch zu sehen und dann doch mit so viel Bedauern, dass ihr einen Start ins Leben auf der Intensivstation verbringen müsst, waren ein echtes Gefühlschaos für mich. Wenn ich aber sehe wie die Schwestern und Ärzte mit euch sprechen, euch unglaublich fürsorglich pflegen, intensiv beobachten, für euch 24 Stunden da sind und ihr euch diese Unterstützung gefallen lasst, dann geht es mir auch besser und ich gewinne Vertrauen für die doch sehr ungewohnte Situation.
Und was macht der Papa? Der würde sich denke ich am liebsten auch mal eine Woche ins Krankenhaus legen und die Vollpension in Anspruch nehmen wollen. Das Fahren von zu Hause in die Klinik und zurück und wieder zurück sind nach mittlerweile fast vier Wochen auch für den stärksten Mann eine Tortur. Zudem sind die Wege in die Klinik emotional nie leicht für ihn gewesen. Ich glaube den Kaiserschnitt hätte er lieber übernommen als die kaputte Mama und euren Schnellstart ins Leben ansehen zu müssen. Der Papa ist einfach großartig! Wir werden ihm das alles zurückzahlen sobald wir vereint zu Hause sind.
Mädels, die Mama verlässt am Mittwoch die Klinik bzw. eigentlich nur das Klinikbett, denn ich werde täglich zum Kuscheln zu euch kommen, um euch  – wie der Papa mir in den letzten Wochen – die Klinikzeit so schön wie möglich zu gestalten.
Wir lieben euch!

Mama (und Papa)

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