Heute habe ich mit dir Viktoria gekuschelt. Du, meine „Žabica“
(=kroatisch: Fröschlein), wurdest mir vorsichtig auf die nackte Brust
gelegt und dort mit Kuscheldecke und Tüchern zugedeckt. Wir saßen eine
Stunde so zusammen und haben unsere erste gemeinsame Zeit einfach
genossen. Das war mega! Ich war deswegen schon den kompletten Vormittag
aufgeregt und voller Vorfreude, so dass ich bereits ab sechs Uhr wach
lag und nur darauf gewartet habe, dass es losgeht.
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| Die große Roos (über 60.000 gr.) mit der kleinsten Roos (ca. 1.550 gr.) |
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| Miss Langfinger Viktoria. Der Schein trügt. Die Kämpferin macht sich sehr gut. |
Mit dir Amalia konnte ich leider heute noch nicht kuscheln. Du
musst die Strapazen der letzten Tage noch verdauen. Heute wurdest du
endlich extubiert und wirst nun langsam auf Normalatmung und mehr Essen
eingestellt. Das muss dein kleiner Körper alles verarbeiten. Aber so
schnell wie ihr euch entwickelt (immerhin seid ihr erst fünf Tage alt),
bin ich sehr zuversichtlich, dass die harten Tage gezählt sind.
Ihr habt in fünf Tagen echt schon einiges geleistet. Du Viktoria
bist 1,5cm „gewachsen“ (du bist eigentlich 42cm lang aber in deiner
Geburtsurkunde steht 40,5cm…kleiner Messfehler), atmest selbständig,
machst die Windeln voll wie eine Große und benötigst täglich ein wenig
mehr Essen. Bravo! Amalia du hast sogar die 2kg-Marke geknackt. Das ist
grandios.
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| Amalia hat die 2.000 gr. Marke geknackt. Es geht ihr wieder besser. |
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| Die Berührungen genießt sie. Sie beschwert sich aber noch etwas über ihr aktuelles Zuhause. |
Die Mama hat heute zum ersten Mal nicht weinen müssen als sie euch
sah. Die ersten Tage habe ich nur bei dem Gedanken an euch Tränen
gelassen. Das lief einfach so und ich konnte es nicht stoppen. Voller
guter Gefühle euch zu sehen und dann doch mit so viel Bedauern, dass ihr
einen Start ins Leben auf der Intensivstation verbringen müsst, waren
ein echtes Gefühlschaos für mich. Wenn ich aber sehe wie die Schwestern
und Ärzte mit euch sprechen, euch unglaublich fürsorglich pflegen,
intensiv beobachten, für euch 24 Stunden da sind und ihr euch diese
Unterstützung gefallen lasst, dann geht es mir auch besser und ich
gewinne Vertrauen für die doch sehr ungewohnte Situation.
Und was macht der Papa? Der würde sich denke ich am liebsten auch
mal eine Woche ins Krankenhaus legen und die Vollpension in Anspruch
nehmen wollen. Das Fahren von zu Hause in die Klinik und zurück und
wieder zurück sind nach mittlerweile fast vier Wochen auch für den
stärksten Mann eine Tortur. Zudem sind die Wege in die Klinik emotional
nie leicht für ihn gewesen. Ich glaube den Kaiserschnitt hätte er lieber
übernommen als die kaputte Mama und euren Schnellstart ins Leben
ansehen zu müssen. Der Papa ist einfach großartig! Wir werden ihm das
alles zurückzahlen sobald wir vereint zu Hause sind.
Mädels, die Mama verlässt am Mittwoch die Klinik bzw. eigentlich
nur das Klinikbett, denn ich werde täglich zum Kuscheln zu euch kommen,
um euch – wie der Papa mir in den letzten Wochen – die Klinikzeit so
schön wie möglich zu gestalten.
Wir lieben euch!
Mama (und Papa)




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