Mittwoch, 4. Juni 2014

Mehr „Aufs“ als „Abs“

Mit Euch macht man(n) was mit … und vor allem frau. Die Mama ist schon ganz fertig und mit Ihren (seelischen) Kräften am Ende. Ihr veranstaltet echt eine Berg- und Talfahrt mit uns.
Am Montag sind wir mit einem eher unguten Gefühl in die Klinik gefahren. Warum, das weiß keiner, aber wir waren ja schon einiges gewohnt. Und siehe da … Ihr beiden macht den größten Fortschritt seit Wochen und seid aus dem Inkubator in zwei kleine offene Wärmebettchen umgezogen. Kein Glas mehr um Euch, keine störenden Klappen und endlich Luft für Euch zum freien Atmen.
So euphorisch hat die Mama dann das große Experiment mit Dir, lieber Amalia gewagt und Dich „angelegt“. Und siehe da, Du trinkst fleißig und kräftig aus der Brust – oder versuchst es zumindest. Und bei Deiner Schwester klappt das bestimmt auch bald.
Dann kommen wieder so die kleinen Tiefschläge. Mal lustig: Wenn du, liebe Viktoria, dem Papa beim Windel wechseln zweimal in die neue Windel kackst und dann auch noch zweimal auf den Tisch. Dass die frische Windel drei Minuten später wieder voll war und du gefühlte 400 g leichter, war dann nur logisch.
Und mal tragisch: Wenn ihr, fast gesund, in einem virenverseuchten Raum liegen müsst, bis ihr natürlich nun beide seit heute positiv auf RS-Viren getestet seid. Bei den ganzen schizophrenen Regeln, die das Klinikum da um Kittel, Mundschutz, Handschuhe und Absperrungen macht, wer in guten Zimmern und wer in ‚bösen‘ Zimmern liegen muss, ist es nicht verwunderlich, dass Mama langsam an der Wochenbett-Aggression leidet. Das ist auch zum aus der Haut fahren, diese Pseudo-Hygiene – als könnte man einen Virus mit einem Schild aufhalten „Viren bitte hier links abbiegen“.
Amalia schläft meist.

Ihre Schwester Viktoria schaut sich lieber um.
Dabei macht ihr euch doch soooo gut. Nehmt zu. Seht klasse aus – und super hübsch seid ihr auch. Trinkt fleißig aus der Flasche und auch schon teilweise aus der Brust. Macht der Mama und auch dem Papa jedesmal eine Riesenfreude, wenn ihr lächelt und so geduldig alles ertragt (auch Mamas Umzieh-Attacken) und fröhlich in der Welt rumguckt. Eine Freude habt ihr auch den Limbacher Großeltern gemacht, die zu Papas Geburtstag da waren und Euch zumindest durch die Scheibe sehen durften. Rein durften Sie ja nicht, wegen Ansteckung und so. Fragt sich nur, woher ihr und die Zimmernachbarn bei solchen Vorsichtsmaßnahmen dann wieder die Viren habt??! Die Viren haben wohl das Schild nicht gelesen…
Ein Ende ist absehbar: Haltet durch!

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